Computer-Thriller - Romane und Filme aus der Datenwelt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Fabrizio Calvi - Thierry Pfister

Promis

Unter Insidern sorgt die PROMIS-Affäre schon seit Jahren für Aufsehen. Dieser Report enthüllt eine Geschichte, die sich liest wie ein globaler Thriller mit illustren Akteuren. Aber: Er hält sich strikt an die Tatsachen.

PROMIS heißt eine Software, die unterschiedlichste Datenbanken gleichzeitig auswerten kann. Sie wird in sensiblen Bereichen eingesetzt: In der Luftabwehr, bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs, zur polizeilichen Kontrolle und für Überwachungsaufgaben. Das Geheimnis von PROMIS: Der US-Geheimdienst ließ eine manipulierte Version programmieren, die es erlaubt, alle Operationen der Computer mitzuverfolgen.

So wurde PROMIS in alle Welt verkauft: zum Beispiel durch Robert Maxwell an den russischen Militätgeheimdienst und zur Überwachung der Atomtests, nach Israel zur Kontrolle der Intifada, an der Iran, nach Jordanien, Ägypten, Chile, an Banken in Frankreich und in der Schweiz. Die brisante Untersuchung von Calvi und Pfister beruht auf umfangreichen offiziellen Dokumenten und Zeugenaussagen zahlreicher Beteiligter. Sie enthüllen ein globales Beziehungsgeflecht bis hinauf ins Weiße Haus, ein weltumspannendes Netz von Spionagediplomatie, Nachrichtendiensten, Mafia und Drogenszene, zwischen großer Politik und Big Busineß.
Fabrizio Calvi und Thierry Pfister arbeiteten beide als Journalisten und publizierten zahlreiche Recherchebücher, die bisher in über 10 Sprachen übersetzt wurden. »PROMIS« ist ihr ersten gemeinsames Werk.

Le Monde de Renseignement:
Zum skandalösesten Spionagefall Ende dieses Jahrhunderts weitet sich möglicherweise die Affäre PROMIS aus: So heißt das Softwareprogramm, das von der amerikanischen Firma Inslaw entwickelt wurde. Obwohl dieser Fall den amerikanischen Kongress schon seit mehreren Jahren beschäftigt, erscheint das Buch zuerst auf Französisch. Es handelt sich um »Das Auge Washingtons« der beiden namhaften Journalisten Thierry Pfister und Fabrizio Calvi. Im Laufe der letzten Jahre wurden bereits zahlreiche Dokumente über den Fall PROMIS veröffentlicht. Der amerikanische Geheimdienst und einige israelische Agenten haben diverse Versionen dieses Systems über eine Hintertür in andere amerikanische und internationale Firmen eingeschleust, um danach die Informationen in ihr eigenes System übertragen zu können.

Ende der 70er Jahre wurde dieses System erfunden und dann verfeinert, bevor Jahre später erst die Softwarepiraterie in Mode kam. Mit diesem System ist man in der Lage, die Informationen zu sammeln, die sich in den großen Netzwerken befinden, und sie ganz einfach anzuzapfen. Ein Glücksfall für den Nachrichtendienst, zumal man sich dieses Systems heimlich bedienen kann. Doch die Untersuchung Calvis und Pfisters gehen noch weiter, denn sie stellen eine Synthese her zwischen zahlreichen offiziellen Dokumenten und Zeugenaussagen einiger Beteiligter, wie z.B. Michael Riconoscuito, ein genialer Informatiker, der halb im Auftrag der Nachrichtendienste arbeitete, vom FBI als Lehrer angestellt wurde und heute im Gefängnis sitzt. Auf verschiedenen Umwegen wurde PROMIS an die ehemalige Sowjetunion verkauft, um in Comupter installiert zu werden, die Nuklearteste kalkulieren. Auch heute noch vertreibt man diese Software in den GUS. Die Israelis haben dieses System in Jordanien und Ägypten eingesetzt. In Frankreich kursierte PROMIS in vier Banken, u.a. der BNP und der Credit Lyonnais.

Agence France Press:
Die erste Koproduktion der Autoren Fabrizio Calvi und Thierry Pfister ist sowohl ein Beispiel für den Enthüllungsjournalismus als auch ein authentischer Roman über die Verarbeitung von Information in der internationalen Spionageszene.
Die Realität übersteigt bei weitem die Vorstellungkraft, weil die Autoren mit allen Mitteln nach der Wahrheit streben. Der Leser entdeckt bei der Lektüre die enge Beziehung zwischen der Drogenszene, der Mafia und den Nachrichtendiensten, zwischen Politik und Bussiness.
Dieser Roman handelt vor allem von Piraterie, um nicht zu sagen von Diebstahl. Ausführender ist das Justizministerium der Vereinigten Staaten, das mit Hilfe eines Software-Systems, hergestellt von der Firma Inslaw, in der Lage ist, die eigenen Computersysteme mit den Netzwerken aller Banken in Verbindung zu bringen, denen man dieses System verkauft hat, ohne daß natürlich die Käufer davon wissen.
Sogar die Namen der Beteiligten, egal ob Minister im Amt oder ehemalige Minister, Rechtsanwälte etc, die in diese Affäre involviert sind, werden zitiert, selbst wenn sie als Republikaner oder Demokraten in den letzten 20 Jahren dem amerikanischen Parlament angehört haben. Der Bericht beginnt in den letzten Tagen der Amtsperiode Jimmy Carters und zeigt die Verbindung auf zwischen dem Whitewater-Skandal, der Bill Clintons Stellung untergräbt, streift nebenbei die Flugzeugkatastrophe Lockerbie, den Tod Robert Maxwells …

Le Point:
Wäre die Geschichte die Ausgeburt der Phantasie eine Kriminalautors, man hielte sie für an den Haaren herbeigezogen und die Lawine von Fakten, die einen überrollen, für zu ausgetüftelt. Das Problem an der Sache ist jedoch, daß alles in dieser abstrusen Geschichte der Wahrheit entspricht: Die Wirklichkeit übertrifft die Phantasie … Fabrizio Calvi und Thierry Pfister, zwei alte Füchse, die sich bei der Enthüllung dieser Affäre zusammengetan haben, beschreiben das heutige Antlitz des Nachrichtendienstes. Die Affäre der Software PROMIS der amerikanischen Computerfirma Inslaw ist in der Tat eine der größten Spionageaffären des Jahrhunderts.
PROMIS wurde zunächst entwickelt, um verschiedene Netzwerke aufeinander abzustimmen und Daten zu transferieren. Die Affäre nahm Ende der 70er Jahre ihren Ausgang und involvierte alle wichtigen Partner, die notwendig sind für solch eine Intrige: zuerst die CIA, dann auch die kleinere, weniger bekannte Schwester NSA (Nationaler Sicherheitsdienst), deren Aufgabe es ist, die gesamte elektronische Kommunikation auf dem Planeten zu überwachen. Indem die amerikanische Regierung PROMIS unter Bedingungen anbietet, die Hauptgegenstand des Romans sind, hat sie die Möglichkeit, ihre Kunden zu überwachen dank eines kleinen eingebauten Bausteins, der die Daten ausspioniert. Das System wurde den Israelis geliefert, damit diese ihre Nachbarn bespitzeln, Informationen kopieren und in deren Netzwerke eindringen können, um sich danach wieder zu verflüchtigen und unabhängig zu bewegen.
Von dieser ziemlich komplexen Affäre, die in den Vereinigten Staaten bereits Gegenstand zahlreicher Artikel, Prozesse und bissiger Polemiken war, behält man den Eindruck, daß die Autoren alles offenlegen, die wichtigsten Personen auftreten lassen – zumindest diejenigen, die noch am Leben sind –, und schließlich vermitteln sie uns einen Eindruck von diesem Krieg im Reich des Schattens.

 

 

 

Eine weiteres Autorenduo hat unter dem Titel
“Die Datenmafia”
ebenfalls das Thema PROMIS beschrieben.
Click auf:
Die Datenmafia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Französischen von Barbara Neeb # 350 Seiten, gebunden # DM/sFr. 39.– # öS 285.– # ISBN  3-293-00251-X